Trotz gestiegener Berichterstattung über internationale Konflikte und Katastrophen blieben im vergangenen Jahr viele
humanitäre Themen in den Medien unberücksichtigt. Die internationale Hilfsorganisation
Ärzte ohne Grenzen veröffentlichte am Donnerstag eine
Liste der zehn
Krisen, die im Jahr 2005 am wenigsten erwähnt wurden. Zu den Themen gehören neben den Konflikten in der
Demokratischen Republik Kongo und Tschetschenien auch die mangelnde Forschung im Bereich HIV/Aids.
In der Berichterstattung über HIV/Aids gehe es z.B. fast nie um die fehlende Entwicklung von Tests und Medikamenten für
die von Aids besonders betroffenen Menschen in ärmeren Ländern. Noch immer gebe es keine kindgerechten Dosierungen der
lebensverlängernden antiretroviralen Medikamente, so Nicolas de Torrente, Geschäftsführer der US-amerikanischen Sektion
von Ärzte ohne Grenzen. Ohne Investitionen in solche Medikamente würden hunderttausende Kinder weiter jedes Jahr unnötig
sterben.