Welcher Arzt ist der beste für mein Kind? Diese Frage stellen sich wohl alle verantwortungsvollen Eltern. Doch nach
welchen Kriterien soll man die Praxis auswählen?
Die Frauenzeitschrift FÜR SIE lässt in ihrer aktuellen Ausgabe Experten zu Wort kommen.
“Zunächst würde ich davon ausgehen, dass jeder Arzt einem Kind helfen möchte und sich nicht leichtfertig für oder
gegen eine bestimmte Therapie entscheidet”, sagt Dr. Ulrich Neumann, Kinderarzt aus Hamburg und Pressesprecher des
Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Woran es indes häufiger mangele, das sei die Kommunikation. “Nicht
jeder Kinderarzt ist in der Lage, den Eltern das Gefühl zu vermitteln: Ihr krankes Kind ist bei mir in guten
Händen”, so Dr. Neumann.
Eine Studie des
IQWIG (Institut für
Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) bestätigt: In den Arztpraxen wird viel zu wenig gesprochen. Dabei
ließe sich durch geduldiges Erklären manche Hysterie vermeiden. Denn nicht selten übersteigern die Eltern die
Beschwerden ihres Kindes: eine Bronchitis wird in der Fantasie zu einer Lungenentzündung, ein Magen-Darm-Virus zu einer
lebensbedrohlichen Gefahr.
Gute Kinderärzte und -ärztinnen erkennt man also nicht zuletzt daran, ob sie verständlich erklären können und
vertrauensvoll wirken. Sie stellen sich ihren jungen Patienten vor, gehen vor kleinen Kindern in die Hocke, erklären
ihnen die Untersuchungsgeräte und kündigen genau an, was sie als Nächstes machen. Klar: Zeit ist Geld. Dennoch bleiben
gute Kinderärzte freundlich, wenn das Kind nicht erklären kann, wo es genau wehtut. Sie hören geduldig zu und
untersuchen gründlich, bevor sie eine Diagnose stellen. Ein wichtiges Auswahlkriterium für Eltern ist zudem die Frage,
ob der Kinderarzt Hausbesuche macht - eine Bereitschaft, die immer mehr abnimmt
Quelle: FÜR SIE