Die Sehnsucht nach einem eigenen Kind kennt offenbar keine Grenzen. Das gilt insbesondere dann, wenn sich die
Schwangerschaft nicht wie gewünscht einstellt: 86 Prozent der Frauen würden alle medizinischen Möglichkeiten nutzen, um
ein Kind zu bekommen, wie eine repräsentative Umfrage der Zeitschrift PETRA in ihrer Novemberausgabe 2006 ergab, für die
das Gewis-Institut 1.042 Frauen zwischen 25 und 39 Jahren befragte. Gleichzeitig können sich jedoch nur 11 Prozent
vorstellen, ein Kind zu adoptieren.
ber 200.000 Frauen in Deutschland suchen jährlich medizinischen Rat, weil es mit der Schwangerschaft nicht klappt.
“Fast jede Frau, die sich ein Kind wünscht, aber keins bekommt, gerät in eine Krise”, agt der Berliner
Gynäkologe und Psychotherapeut Heribert Kentenich. Wichtig sei jedoch Geduld. “Viele Frauen sind so darauf
bedacht, immer zu verhüten, dass sie glauben, sie würden sofort schwanger, sobald sie mal nicht aufpassen”, weiß
der Mediziner. Es sei jedoch normal, wenn es bis zur Schwangerschaft ein paar Jahre dauere.
Biologisch gesehen sei es für Frauen am besten, bis zum 25. Lebensjahr ihre Kinder zu bekommen. Ab 30 sinke die
Fruchtbarkeit, ab 38 werde es problematisch und ab 43 sei auch eine Kinderwunsch-Behandlung oft nicht mehr erfolgreich,
sagt Kentenich. Eine Möglichkeit zur Erfüllung des Kinderwunsches ist die künstliche Befruchtung. Die Kosten bis zu
5.000 Euro je Versuch werden von den Kassen bis zu drei Mal zur Hälfte übernommen - wenn das Paar verheiratet ist. Eine
Samenbank steht nur Ehepaaren offen, bei denen erste Behandlungsversuche erfolglos blieben. Eine Adoption steht nur
Ehepaaren offen, deren Durchschnittsalter zwischen 21 und 35 Jahren liegt. Das Verfahren dauert etwa neun Monate.
Allerdings kommen auf jedes zur Adoption freigegebenes Baby 10 bis 15 Paare, die auf eine Vermittlung warten.
Quelle: Zeitschrift: Petra