Aber wer war eigentlich dieser Martin? Er lebte in der Zeit von 317 bis 397 nach Christus und war der Sohn eines
römischen Offiziers. Im Alter von 15 Jahren besuchte er die Militärschule, und mit 19 wurde er zu den Lanzenreitern
eingezogen.
Die Legende vom heiligen Martin erzählt, dass der junge römische Soldat bei einem Ritt in einer besonders kalten
Winternacht einen frierenden Bettler im Schnee am Straßenrand vor dem Stadttor entdeckte. Der Bettler war nur spärlich
bekleidet und so hielt Martin an, teilte mit seinem Schwert seinen eigenen Mantel und reichte dem Mann im Schnee die
andere Hälfte.
Martin war wegen seiner Wohltätigkeit überall bekannt. Als nun der Bischof von Tours starb, wollte man ihn zum
Nachfolger wählen. Aber Martins Bescheidenheit war so groß, dass er sich im Gänsestall versteckte. Die Menschen suchten
überall nach ihm. In der Nacht suchten sie weiter mit Laternen. Erst als die Gänse sich laut kreischend über den
Eindringling beschwerten, wurde Martin gefunden. 371 nach Christus wurde Martin der Bischof von Tours.
Sein Andenken überdauerte die Jahrhunderte: Noch heute folgt man mit Liedern und Laternen dem Martinsmann und verspeist
anschließend seine Verräter, die Martinsgänse.
Martin von Tours